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Laura? Laura!

Ich habe ein unglaubliches Glück im Leben. Denn ich darf andauernd wirklich spannende Menschen kennenlernen und mit ihnen arbeiten. Meine Ghostwritings und Co-Autorenschaften haben mich schon bis an den Strand von Thessaloniki und nach Wien in eine Hexenschule gebracht. Ich war mit einem Ex-Bundesliga-Spieler joggen im Westfalenpark, habe in einem abgerockten Berliner Club meine jämmerlichen Burlesque-Tanzkünste präsentiert und nehme alle paar Monate an Seminaren teil, um die mich andere Menschen beneiden. Und warum das alles? Es kann nur einen Grund geben: um das bestmögliche Buch zu schreiben.

Ich gebe zu: Mir macht das natürlich auch Spaß. Denn ich lerne auf diese Art nicht nur aufregende Menschen kennen, sondern erlebe Dinge, die ich mir damals, als ich dachte, aus mir wird mal was, nicht in meinen wildesten Träumen hätte ausdenken können.

Zum Beispiel hypnotisiert werden. Aktuell arbeite ich mit dem Magier und Hypnotiseur Thimon von Berlepsch an seinem neuen Buch. Im Hause Bitzer versteht es sich von selbst, dass ich nicht nur an Thimons Hypnoseseminar teilnehme, sondern mich natürlich auch von ihm hypnotisieren lasse. Für ein gutes Buch, einen authentischen Text oder eine echt gute Geschichte mache ich nämlich wirklich fast alles. Sogar meinen Namen vergessen.

Thimon von Berlepsch lässt nicht nur Einhörner erscheinen, sondern auch Namen verschwinden …

Was war passiert? Mein Gesprächpartner beschloss während des Interviews, seine hypnotische Kunst am lebenden Beispiel zu veranschaulichen. Leider war niemand außer mir da, deshalb hypnotisierte er mich binnen weniger Sekunden und ließ mich meinen Namen vergessen. Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich in dem Moment, als er mich nach meinem Namen fragte, dachte: Komisch. Gerade war er doch noch da. Wo ist er hin? Es war irgendwas mit L … Und wie ich dann auf Laura kam? Tja. Das Gehirn ist ein merkwürdiges Ding.

Freundlicherweise hatte mir Thimon den richtigen Namen nicht weggenommen, sondern nur in die Innenseite der rechten Hand wandern lassen. Da stand er übrigens nicht geschrieben – allein meine Vorstellung reichte aus, um wieder zu wissen, wie ich heiße, wenn ich in meine rechte Hand blickte.

Ich kann den geneigten Blogleser beruhigen: Thimon löste die Hypnose wieder auf, und ich weiß natürlich wieder, wie ich heiße. Mittlerweile bin ich dank seines Seminars selbst in der Lage, Menschen in leichte Trance zu versetzen und kleine hypnotische Erfahrungen zu bescheren. Und das alles nur, weil ich dieses tolle Buch schreiben darf! Kann es einem besser gehen im Leben? Ich glaube nicht.

Wenn ich für jemanden anderen schreibe, möchte ich so viel wie möglich über ihn oder sie, seine oder ihre Kunst oder Fähigkeit, das Leben und den Menschen erfahren. Am besten funktioniert das in meinen Augen, wenn ich mich nicht in einer anonymen Lobby, sondern im natürlichen Lebensumfeld des Autors treffe und alles am eigenen Leib erfahre. Nicht immer muss ich mich hypnotisieren lassen, um eine tolle Geschichte zu hören. Manchmal geht es auch einfacher.

Als ich vor zwei Jahren gemeinsam mit Panagiota Petridou nach Griechenland fuhr und drei Tage im Haus ihrer Mutter verbrachte, sagte diese am Ende mit ihrem herzallerliebsten griechischen Akzent: „Das ist ein sehr nettes Mädchen, das du da mitgebracht hast, Panagiota. Sie hat alles gegessen, was man ihr vorgesetzt hat!“

Man sieht: Ich tue für meine Bücher wirklich alles. Alles Liebe. Eure Laura.

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